Food find’s – The Myanmar food edition

hier ist das Brot mit Ei bestrichen

„In Myanmar, das wirst du sehen, da gibt es lange nicht so viel Auswahl wie in Thailand“ sagt mein Freund Jürgen, bei dem wir in Bangkok übernachten, noch bevor wir aufbrechen. „Und in Nepal wird es noch weniger“, sagt er weiter. Wir werden sehen…

Märkte und Auswahl

Ja, er behält natürlich recht. In allem, denn er hat die Länder natürlich schon ausgiebig bereist und weiß genau wie der Hase läuft. Dennoch, wir haben schon länger keinen Food-Finds Artikel mehr veröffentlicht und ich denke, das die seltsamen Dinge die in Myanmar auf den Teller kamen es schon wert sind euch darüber zu berichten.

Bereits in unserem Artikel für Bagan schrieben wir ja, dass wir uns für eine vornehmlich vegetarische Diät entschieden haben. Der Grund dafür ist einfach: wir haben gesehen, wie hier Fleisch und Fisch auf dem Markt gehandelt werden. Da liegt alles rum, wird bei 35° zerteilt und auf Bambuskörbe ausgebreitet und wenn man Glück hat, dann wedelt einer die Fliegen weg – wenn man Glück hat. Vegetarische Option sonst Dauerkarten für den Abort!

Sonst ist die Auswahl gelegentlich schon eher beschränkt, es gibt hier eben nicht die pulsierende Vielfalt wie in Bangkok. Knoblauch, Kartoffeln, Tomaten und Zwiebeln hier und da Kohl und ganz viel Blumenkohl wird auf den Märkten gehandelt. Dann hört es aber auch schon schnell auf.

Pyin oo Lyin ist Erdbeeranbaugebiet. Immergleiche Stände finden sich am Strassenrand. Einheitspreise, Einheitsauswahl...

Pyin oo Lyin ist Erdbeeranbaugebiet. Immergleiche Stände finden sich am Strassenrand. Einheitspreise, Einheitsauswahl…

Zum „Continental Breakfast“ gibt es immer gleichen geschmacklosen Toast, Margarine und zuckersüße, schleimige Erdbeermarmelade. Dabei haben wir nicht nur Saison, sondern die Burmesen sind sogar stolz drauf so viele Erdbeeren zu produzieren. Die werden vor allem an endlosen Straßenständen in Pyin Oo Lyin gehandelt. Da gibt es die Marmelade in großen und extra großen Gläsern und – ganz nach britisch kolonialer Tradition – Erdbeerfruchtwein. Scheint beliebt zu sein, denn endlose Mengen werden hier feilgeboten. Probiert haben wir ihn nicht, denn zuweilen sehen die Flaschen aus als wären sie noch Restbestände vom Vorjahr oder sind auch gerne mal so unsauber verpackt, dass ich nur ahnen kann, wie es um die Produktionsbedingungen in der Fabrik steht.

Was wir aber sehr mochten, war die Allgegenwärtigkeit von Wassermelonen. Ganze Heerscharen von Lastwagen transportieren die durchs Land und man muss nicht lange an den Straßenecken suchen um einen Händler aufzutreiben der die großen, fleischigen Monster zum Schnäppchenpreis von 1-1,50EUR anbietet. Gelegentlich gab es auch einige gelbfleischige Wassermelonen – das kannte ich bisher auch noch nicht. Sehr gut, aber auch 3x Preis zu den bekannten Alternativen.

Die Teashops und der „Schwipp-Schwapp-Kaffee“

Da isser, der Schwipp-Schwapp-Kaffee, ich glaube es ist kein authentisches Erlebnis, wenn die Tasse sauber auf den Tisch kam oder keine Kaffeereste mit drinnen rumschwammen.

Da isser, der Schwipp-Schwapp-Kaffee, ich glaube es ist kein authentisches Erlebnis, wenn die Tasse sauber auf den Tisch kam oder keine Kaffeereste mit drinnen rumschwammen.

In Myanmar findet das Leben draußen statt. Gerade die Männer sitzen gerne Teehäusern rum. Irgendwie immer. Aber auch hier wird weniger etwas gegessen, als sich eben einen Tee bestellt und gesessen, gewartet. Vielleicht auf die nächste geschäftliche Gelegenheit? Das passiert uns schon häufiger vor allem mit den Taxifahrern. Da sitzen sie und sobald ein Tourist um die Ecke kommt, dann Zack! Hin und „Taxi, Taxi, You need Taxi“ rufen. Aufgrund der hohen Preise für eine solche Fahrt genügt es wohl eben nur ein oder zweimal pro Tag einen Fisch – ähh Touristen an der Angel zu haben. Davon lässt sich wohl leben und eben wartend den Tag im Teashop zu verbringen.

Hier arbeiten auch häufig Minderjährige als Kellner, davon haben wir ja auch schon berichtet, wollen hier aber neben den moralischen Bedenken mal auf einen ganz besonderen Punkt eingehen. Wir stellen fest: Ein Besucht in einem Teeshop ist nur dann authentisch, wenn der Tee mit Milch oder besonders der Kaffee total verschwappert auf dem Tisch ankommt. Das gehört irgendwie dazu, wird hingenommen oder macht vielleicht eben auch den besonderen Reiz aus. Zugegeben, bei meiner ersten Bestellung, die so serviert wurde – schwipp, schwapp, Reste vom Kaffemehl und so – war ich angefressen, wie das denn nicht auffallen kann. Aber hey, 20ct pro Tasse…

Dazu gibt es dann je nach Ort auch unterschiedlich Snacks. Manchmal werden die einfach auf den Tisch gestellt und dann abgerechnet, was gegessen wurde; normalerweise wurde aber bestellt. Gab ja nicht viel Auswahl, zu gewissen Tageszeiten wird dort eben eine Sache serviert. Häufig war dies die einheimische Variante eines Naan, also eines einfachen Fladenbrotes mit Wasser und Salz aus dem Rundofen. Gelegentlich leicht variiert, mit Ei bestrichen oder ähnlich. Dazu gab es aber irgendwie immer eine Sache: eine Art minimalistisches Curry aus gelben Erbsen, manchmal mit ein paar ausgebackenen Zwiebeln oben drauf.

Frittiertes Überall

Die Shops haben gefühlt irgendwie immer auf. Früh gibt es häufig gebratenen Reis oder Nudeln mit Ei, hier und da  ausgebackene Teigstücke. Aber auch sonst ist hier fleißig viel frittiert. Gemüse, Zuckerkringel, Krabben in einer Art Teigfladen…

Steam Buns

In Hsipaw gab es dann noch eine tolle, lokale Alternative dazu. Hier fanden sich gleich mehrere Strassenlokale, die sich auf aufgedämpfte Brötchen mit Füllung spezialisierten. Hier konnte man zwischen Huhn, Gemüse einer süßen Kokosvariante wählen. Letztere hat es mir besonders angetan, wenngleich neben den frisch geschabten Kokosflocken Unmengen von Zucker hier eingearbeitet wurde, so dass es beim reinbeißen nur so zwischen den Zähnen knirschte.

Shan Noodles

Auf Ihre Nudelgerichte geben die Burmesen wirklich viel. Besonders im Shan-Staat, der östlichen Region Myanmars, die an Thailand, Laos und China grenzt. Während Shaan-Nudeln im restlichen Land sich überall eher als Frühstücksspezialität findet, so erleben wir in Pindaya eher die Ganze Breite dieser Kochtradition. Früh, Mittags, Abends, dünn, breit, lang, kurz, als Salat, Suppe oder sonstwie in allen erdenklichen Möglichkeiten.

Myanmar Currys

Burmesische Currys sind zwar ebenfalls sehr berühmt und man findet eine Vielzahl von spezialisierten Restaurants – uns werden Sie aber schnell überdrüssig. Zu Fett, zu Einfallslos. Außerdem Beobachten wir, das es sich wohl gehört zu Currys und anderen Gerichten normalerweise eine Menge kleiner Nebenspeisen zu reichen. Schälchen mit eingelegtem, Suppe oder Gewürzen. Gesehen haben wir das häufig nur bei den Einheimischen – da wurde das ganz selbstverständlich hingestellt, schon bevor der Hauptgang serviert wird. Es wurde auch nicht extra bestellt, das haben wir genau beobachtet. Nicht so bei uns, da bleibt es häufig nur beim bestellten Hauptgericht. Warum, das bleibt fraglich.

Aber zurück zum Curry; Vegetarische Varianten gibt es hier kaum, ein burmesisches Curry hat mindestens eine, wenn nicht zwei Fleischkomponenten oder auch ganz viel Fisch. Dazu eine Vielzahl eingelegter Dinge, wie Zitronenschalen und Gemüse. Meist sehr scharf oder auch bitter. Nicht mein Fall. Das Fleisch schwimmt oft in einem Gewürzöl. Zu Fett, auch nicht mein Fall. Dazu gibt es dann auch immer noch rohes Gemüse und Grün. Ungewaschen, bei den Hyginebedingungen. Erst recht nicht unser Fall. Wir probieren ein, zwei Mal. Danke, aber da müssen wir was anderes finden.

Cheap Indian Street Food

Weil wie beschrieben ist mit der fleischlosen Küche nicht viel los. Sehr einfältig und noch dazu gesellt sich von dem fetten und ausgbackenen, das es uns beiden schnell auf den Magen schlägt. So sind wir häufiger in indischen Straßenküchen und essen dort Roti, Chapati oder Naan mit Kartoffel- oder Kichererbsencurry. Große Auswahl klingt anders, aber es ist vegetarisch, fettärmer und billiger.

Chips und Snacks

Klar, das auch hier sich wieder viel frittiertes findet. Lustig sind vor allem die Reiskekse und die lokalen Kartoffelchips in scharf, schärfer und Höllenscharf.

Schnabbes

Bier kostet 1,20 für 650ml, und im Biergarten auch nicht viel mehr... Schnapps hingegen war für 1,50 für 500ml zu haben. Hauptsächlich lokale Wiskey und Rumsorten. Die wurden auch überall im Land sehr eifrig beworben.

Bier kostet 1,20 für 650ml, und im Biergarten auch nicht viel mehr… Schnabbes hingegen war für 1,50 für 500ml zu haben. Hauptsächlich lokale Wiskey und Rumsorten. Die wurden auch überall im Land sehr eifrig beworben.

Bier kostet in Myanmar für eine 650ml Flasche aus einheimischer Produktion gut 1-1,30EUR. Überall gibt es lokale Kneipen, die einem ein 400ml Glas für 30-60ct vollmachen. Hier kommt das Bier vom Fass und in großen Mengen. Bei den Preisen sieht man auf den Tischen schnell ein dutzend Gläser stehen. Dafür gibt es dann überteuerte Snacks für den Hunger zwischen drinnen. Das erste Mal, das ich gegrillte Schweineohren gegessen habe. Leider gibt es davon aber kein Bild.

Der harte Stoff kommt hingegen noch preiswerter und mit großem Werbeetat über die Ladentheke. Überall im Land sieht man Banner und Fassaden mit den Logos und in Pyiin oo Lyin stehen sogar aufgestylte Damen vor den Schnapsläden um den Soldaten, der ehemalichen britischen Garnisonsstatt, ihren Wochenendausgang zu versüßen. 1,50EUR zahle ich für eine 350ml Wiskeyflasche aus heimischer Produktion.

Veröffentlicht von

www.arcx.de

Hello, I’m Marcus Griebel–Architect and Explorer with a passion for communication design.


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