Weird things Myanmar edition

Jeder will ein Foto mit uns

Myanmar ist schon ein ungewöhnlicher Ort. Wir haben euch eine Auswahl von Seltsamkeiten zusammengetragen.

Betelnuss kauen scheint eine Volksdroge zu sein. Alle machen es. Jung, alt, Mann und Frau. Das ist schon eher eine ecklige Angewohnheit. Im Gegensatz (Achtung: Klugscheiß Fernsehwissen) zu Thailand, wo die Nuss grün gekaut wird ist es hier die getrocknete Variante, die in ein Blatt gehüllt und zusammen mit Kalk ihre Wirkung entfalten soll. In Bolivien haben wir ja auch jede Menge Coca Tee getrunken und Blätter gekaut aber das hier haben wir schön bleiben lassen. Zum einen ist die Packung aus Nuss im Blatt in „Riesending“ im Mund und die Leute können kaum mehr sprechen und zum anderen färbt es ja die Zähne purpurrot. Ist auf jeden Fall nur bedingt gut, denn es lößt u.a. naturlich Krebs aus. Das sieht echt schwierig aus, wenn einen jemand anlacht – auf den ersten Blick wie als wenn da gar keine Zähne wären… Es scheint aber nicht so extrem sozial stigmatisiert zu sein. Alle Bevölkerungsschichten machen das, aber unter den gebildeten sieht man schon weniger, auch unter den Mönchen eher selten. Was aber unbenommen ecklig ist, ist das rumgespucke.

Shitty, messy bethel-nut...

Shitty, messy bethel-nut…

Die Leute wollen den roten Dreck loswerden und da wird einfach überall hingespuckt. Gerne auch einfach aus dem Fenster, was sich in einer roten Schleifspur auf jeder zweiten Autotüre zeigt. Einfach so bei der Fahrt und Britta hat es beinahe auch schon mal abbekommen.
Aber es ist nicht nur die Sache mit der Nuss. Jeder „rotzt“ ständig überall rum. Frauen, Männer – erst lautstark alles aus Nase und Rachen zusammengezogen und dann weg mit. Ständig. Voll eklig.

Auf der Strasse gibt es aber auch noch andere Highlights. So hat der Burmese auch gerne mal „Schlafanzugtag“. Zum Frühstück im Hotel fällt das besonders auf, wenn da einer in Pyjamahosen am Buffet steht. Aber auch Besorgungen per Moped am späteren Abend werden bei Frauen auch schon mal im Schlafanzug gemacht.

Das Buffet ist sowieso so ein Ding. Continental Breakfast heißt immer gleicher geschmackloser Toast, Margarine und zuckersüße, schleimige Erdbeermarmelade. Dabei haben wir nicht nur Saison, sondern die Burmesen sind sogar stolz drauf so viele Erdbeeren zu produzieren. Die werden vor allem an endlosen Straßenständen in Pyin Oo Lyin gehandelt. Die Vorstellung, das jemand aus dem Westen mal was anderes will… Man lebt vom Vorurteil, auch das alle Weißen nur Kaffee trinken. Britta hat gleich mehrere gescheiterte Versuche zu vermelden einen Tee zu bekommen. Die Einheimischen trinken ja Tee. Das äußert sich auch in Restaurants, denn zu burmesischen Currys und anderen Gerichten gibt es normalerweise eine Menge kleiner Nebenspeisen. Schälchen mit eingelegtem, Suppe oder Gewürzen. Gesehen haben wir das häufig nur bei den Einheimischen – da wurde das ganz selbstverständlich hingestellt, schon bevor der Hauptgang serviert wird. Und es wurde auch nicht extra bestellt, das haben wir genau beobachtet. Nicht so bei uns, da bleibt es häufig nur beim bestellten Hauptgericht.
Und manchmal auch nicht nur das, denn hier und da sind die Karten falsch übersetzt und man bekommt „ne tolle“ Überraschung serviert. Da kann man sich dann auch schlecht herauswinden, denn darauf zeigen und sagen das man das nicht wollte bringt ja nix, denn das was er brachte steht in Landessprache ja auf dem Menü.

Ja, da stehen sie und warten.

Ja, da stehen sie und warten.

Kann der Kellner kein englisch dann kann es einem passieren das man sitzt und sitzt und sitzt weil sich keiner her traut. Andersrum ist es aber auch möglich. Kaum hingesetzt reicht einem einer die Karte und dann wartet er. Manchmal nicht alleine – es stehen bis zu drei Personen hinter einem und erwarten Order.
Beides fanden wir extrem unangenehm.
Das ist uns häufig bei den Teeshops oder „Biergärten“ passiert, wo man für günstig Geld die eine oder andere Kleinigkeit bekommen kann. Bei wenig Betrieb passiert es dann aber auch das sich die Schar aus Kellnern dann an den Nachbartisch setzt und eine die ganze Zeit anglotzt. Die ganze Zeit. Das nervt.

Jeder will ein Foto mit uns

Jeder will ein Foto mit uns

Wir werden bestaunt, begafft, nicht aus den Augen gelassen. Auf der Strasse verfolgen uns ihre Blicke minutenlang. Mehrfach müssen wir für Fotos mit Einheimischen herhalten – zuletzt eine Gruppe von Jugendlichen, jeder wollte ein Bild von sich mit uns. Immer wieder passiert uns das. Anfangs ist es noch lustig, aber schnell ist vor allem Britta extrem genervt davon. Auch das „Glotzen“ – anders kann ich es nicht beschrieben. Wir dachten zuerst, das dies nur von Menschen ausgeht, die selten Besucher aus dem Westen zu Gesicht bekommen haben. Dem ist aber nicht so. Manche schauen einen ständig an und andere nicht. Aber im generellen fühlen wir uns so, wie sich die ersten italienischen Gastarbeiter in Deutschland gefühlt haben müssen. Grausam, diese durchdringenden Blicke.

Wie unendlich laut das Geknatter und Gebrumme auf der Strasse ist, haben wir ja schon bei unserem Beitrag für Mandalay geschrieben.
Aber die Umweltbedingungen haben so ihre Tücken. Keine Regeln geben irgendwelche Emissionsgrenzwerte vor, das ist eine westliche Illusion. Gestank, Ruß, Dreck. Die Luft ist häufig zum Schneiden. Dazu kommt das gehupe. In Thailand schwirrt der Fortschritt so leise, rücksichtsvoll und dezent durch die Straßen. In Myanmar hupt jeder, immerzu. Doch nicht um jemanden von der Straße zu jagen, sondern vielmehr um die eigene Präsenz anzukündigen. Daher hupt alles andauernd und nicht nur wenn es mal eng wird. Die Situation wir noch dadurch angeheizt, dass gerade Lastwagen und Busse vornehmlich chinesischer Bauart einfach die lautesten Hupen zu verbauen scheinen die sie auf dem Markt finden. Am vorletzten Tag habe ich minutenlang einen Tinnitus, weil so ein Horn direkt neben mit los geht.


Aber es ist nicht nur der Verkehr direkt. 5h morgens ist das was man „Nachtruhe“ nennt spätestens vorbei. In Megabeschallung läuten die Mönche mit quackender Melodie ihre Betteltour durch die Strassen ein. Damit auch ja jeder wach ist und der Zug durch die Strassen sich für sie lohnt? Dankbar geben die Menschen. Die Mönche empfangen regungslos die Almosen. Es gibt aber auch eine andere Seite der Mönche. Da fahren sie Moped fahren, haben Handys oder Kauen Betelnuss.

 

 

Veröffentlicht von

www.arcx.de

Hello, I’m Marcus Griebel–Architect and Explorer with a passion for communication design.


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